Trainingsfeld für Selbstwirksamkeit, Verantwortung und Gemeinschaft!
Drei Fragen, die Lust auf mehr machen:
- Wie schaffe ich es, dass im Kinderparlament nicht immer die gleichen Kinder sprechen – sondern wirklich alle gehört werden?
- Wie erkläre ich Demokratie so, dass auch Drei- und Vierjährige verstehen, worum es geht? Ohne komplizierte Begriffe!
- Wie begleite ich Entscheidungen so, dass Kinder echte Selbstwirksamkeit erleben, und nicht nur „scheinbar“ mitbestimmen?
Eine Szene aus dem Kita-Alltag
Es ist Dienstagmorgen. Kinderparlament. Die Kinder sitzen im Kreis. In der Mitte liegt der Redestein. Heute geht es um ein heikles Thema: Die Bauecke ist ständig überfüllt. Einige Kinder beschweren sich, dass sie nie drankommen.
Lina (4) ruft sofort: „Dann dürfen nur noch Große da rein!“
Emir (5) verschränkt die Arme: „Das ist unfair. Ich bin klein!“
Es wird unruhig. Stimmen überschlagen sich. Zwei Kinder reden gleichzeitig. Eine Kollegin schaut Dich fragend an.
Und dann passiert etwas Entscheidendes. Du greifst nicht sofort ein. Du nimmst den Redestein, atmest ruhig und sagst:
„Ich höre, dass euch das Thema wichtig ist. Lasst uns nacheinander sprechen. Jeder bekommt Zeit.“
Plötzlich verändert sich die Atmosphäre. Die Kinder hören zu. Sie widersprechen.Sie denken nach. Am Ende entscheiden sie gemeinsam: In der Bauecke dürfen maximal vier Kinder spielen – mit einer Sanduhr. Wer fertig ist, gibt den Platz weiter.
Am nächsten Tag hängt das neue Regelplakat an der Wand.Und als es Streit gibt, sagt Emir selbstbewusst: „Das haben wir im Parlament entschieden.“
Genau hier beginnt Demokratie. Nicht bei Wahlen im Fernsehen.Sondern bei vier Bauklötzen und einer Sanduhr.
1. Warum ein Kinderparlament mehr ist als ein Morgenkreis mit Handzeichen
Die Arbeit im Kinderparlament bedeutet nicht, „wir stimmen mal schnell ab“, denn hier geht es um Selbstwirksamkeit, Perspektivwechsel, Verantwortung für die Gemeinschaft, das Erleben von Aushandlungsprozessen.
Impulsfrage für erfahrene Fachkräfte:
Entscheiden Kinder bei uns wirklich – oder dürfen sie nur zwischen zwei vorgegebenen Optionen wählen?
2. Demokratie kindgerecht erklären – ohne abstrakte Begriffe
Kinder brauchen Bilder, keine Definitionen.
So kannst Du Demokratie übersetzen:
- „Demokratie heißt: Alle dürfen ihre Meinung sagen.“
- „Wir suchen gemeinsam die beste Lösung.“
- „Die Mehrheit entscheidet – aber wir achten auf die Minderheit.“
- „Regeln gelten für alle – auch für Erwachsene.“
Praxisidee: Das Demokratie-Experiment
Material: Bauklötze

- Gruppe 1 darf gemeinsam planen.
- Gruppe 2 bekommt alles vorgeschrieben.→ Reflexion: Wo hat es mehr Spaß gemacht? Warum?
So erleben Kinder Beteiligung emotional – nicht nur sprachlich.
3. Strukturen, die wirklich tragen: So wird das Kinderparlament verbindlich
Erfahrene Fachkräfte wissen: Ohne klare Struktur versandet alles.
Bewährte Elemente:
- Fester Termin (z. B. 1 × pro Woche)
- Wiederkehrender Ablauf:
- Begrüßungsritual
- Themen sammeln
- Diskussion
- Abstimmung
- Dokumentation (sichtbar!)
- Gewählte Sprecher:innen (rotierend)
Visualisierungsideen:
- Symbolkarten für „Ich bin dafür“ / „Ich bin dagegen“
- Redestein
- Themenwand mit Fotos
4. Konkrete Themen für das Kinderparlament (mehr als Spielplatzregeln)
Erfahrene Teams suchen oft neue Inhalte. Hier Inspiration:
Alltagsnahe Themen
- Raumgestaltung (Bauecke verändern?)
- Regeln für den Flur
- Geburtstagsrituale
- Essenswünsche
- Ausflugsziele
Werte-Themen
- Was tun, wenn jemand ausgeschlossen wird?
- Wie gehen wir mit Streit um?
- Was ist gerecht?
Projektideen
- „Unsere Kita-Verfassung“ gestalten
- Beschwerdebrief an die Leitung formulieren
- Umweltprojekt starten
5. Abstimmen lernen – Methodenvielfalt statt Handzeichen



Methoden:
- Murmelabstimmung
- Klammern an Bildkarten
- Punkte kleben
- Aufstellen im Raum („Ich stehe hier“)
- Geheime Wahl mit Box
Wichtig: Nach der Abstimmung immer klären:
- Wie fühlt sich die Entscheidung an? Was brauchen die, die überstimmt wurden?
6. Die Rolle der Fachkraft: Moderieren statt lenken
Hier liegt die eigentliche Herausforderung.
Reflexionsfragen für erfahrene Kolleginnen:
- Halte ich Stille aus?
- Greife ich zu früh ein?
- Vertraue ich darauf, dass Kinder Lösungen finden?
- Schütze ich Minderheiten?
Demokratie braucht:
- Geduld – Ergebnisoffenheit – Transparenz
7. Wenn Partizipation unbequem wird
Beispiele:
- Kinder wollen eine Regel abschaffen.
- Sie entscheiden sich gegen einen Vorschlag der Erwachsenen.
- Diskussionen dauern lange.
Hier kannst Du thematisieren:
- Wo sind echte Grenzen?
- Wie erkläre ich nicht verhandelbare Regeln?
- Wie bleibe ich glaubwürdig?
8. Nachhaltigkeit: Wie das Kinderparlament im Alltag wirksam bleibt
- Ergebnisse sichtbar machen (Plakat „Das haben wir entschieden“)
- Beschlüsse regelmäßig überprüfen
- Neue Kinder einführen
- Eltern informieren (z. B. Aushang oder Elternbrief)
9. Abschluss: Demokratie beginnt nicht mit 18 – sondern mit 3!
Fazit: Kinder lernen Demokratie nicht durch Erklärungen – sondern durch Erfahrung.Und jede ernst gemeinte Beteiligung ist ein Trainingsfeld für gesellschaftliche Verantwortung.

Moderationsfragen für den direkten Einsatz im Kinderparlament
Hier kommt nun Dein praktischer Werkzeugkoffer – direkt einsetzbar.
1. Einstieg ins Thema
- „Wer möchte erzählen, was ihn im Moment in der Kita stört?“
- „Was läuft gerade richtig gut bei uns?“
- „Wenn Du heute Chef oder Chefin wärst – was würdest Du verändern?“
- „Gibt es etwas, das sich unfair anfühlt?“
2. Meinungen sichtbar machen
- „Wer sieht das genauso?“
- „Wer denkt etwas anderes?“
- „Warum ist Dir das wichtig?“
- „Kannst Du ein Beispiel erzählen?“
3. Perspektivwechsel fördern
- „Wie fühlt sich das für die anderen Kinder an?“
- „Was würde passieren, wenn wir das so machen?“
- „Gibt es jemanden, der davon traurig wäre?“
- „Wie können wir es so lösen, dass möglichst viele zufrieden sind?“
4. Entscheidungsphase begleiten
- „Welche Vorschläge haben wir jetzt gesammelt?“
- „Gibt es noch eine neue Idee?“
- „Sind wir bereit abzustimmen?“
- „Was machen wir, wenn nicht alle zufrieden sind?“
5. Nach der Abstimmung – Reflexion (ganz wichtig!)
- „Wie fühlt sich unsere Entscheidung an?“
- „Was brauchen die Kinder, die anders abgestimmt haben?“
- „Wollen wir die Regel erst ausprobieren?“
- „Wann überprüfen wir, ob es gut funktioniert?“
Mini-Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Du könntest die praktische Umsetzung so strukturieren:
Schritt 1: Thema sammeln
Visualisiert an einer Themenwand.
Schritt 2: Gesprächsregeln klären
Redestein, Zuhören, Ausreden lassen.
Schritt 3: Diskussion moderieren
Offene Fragen stellen – nicht bewerten.
Schritt 4: Entscheidung treffen
Abstimmungsmethode wählen.
Schritt 5: Ergebnis sichtbar machen
Plakat, Foto, Symbolkarte.
Schritt 6: Entscheidung im Alltag begleiten
Immer wieder Bezug nehmen: „Was haben wir im Parlament entschieden?“
Was erfahrene Fachkräfte besonders stärkt
Demokratiearbeit bedeutet nicht:
- Chaos zulassen
- Autorität verlieren
- alles verhandelbar machen
Sondern:
- Klarheit über Grenzen
- echte Mitbestimmung innerhalb dieser Grenzen
- Vertrauen in die Kompetenz der Kinder
Praxisbeispiel: Unsere Kita-Verfassung
(Gemeinsam entwickelt im Kinderparlament)
Schritt 1: Einstieg – „Was ist uns in unserer Kita wichtig?“
Impulsfragen im Parlament:
- „Wie wollen wir hier miteinander umgehen?“
- „Was macht unsere Kita zu einem guten Ort?“
- „Was darf hier auf keinen Fall passieren?“
Die Aussagen der Kinder werden gesammelt – am besten sichtbar auf Karten oder mit Fotos unterstützt.
Schritt 2: Aussagen der Kinder ernst nehmen – auch wenn sie einfach klingen
Typische Kinderantworten:
- „Niemand darf hauen.“
- „Alle dürfen mitspielen.“
- „Große helfen Kleinen.“
- „Man darf Stopp sagen.“
- „Wir passen auf unsere Spielsachen auf.“
- „Jeder darf seine Meinung sagen.“
Diese Aussagen werden gemeinsam sortiert.
Schritt 3: Die Verfassung formulieren
Hier ein konkretes Beispiel für eine kindgerechte Kita-Verfassung:
Unsere Kita-Verfassung
- Wir sind freundlich zueinander.
- Niemand wird ausgeschlossen.
- Wenn jemand Stopp sagt, hören wir auf.
- Wir lösen Streit mit Worten.
- Wir passen auf unsere Kita auf.
- Jede Meinung ist wichtig.
- Regeln gelten für Kinder und Erwachsene.
Schritt 4: Visualisierung

Ideen zur Umsetzung:
- Jede Regel bekommt ein Foto der Kinder als Symbol.
- Die Kinder malen passende Bilder dazu.
- Alle „unterschreiben“ mit Handabdruck.
- Die Verfassung bekommt einen festen Platz im Eingangsbereich.
Schritt 5: Die Verfassung lebendig halten
Wichtig für Nachhaltigkeit:
- Regelmäßig im Kinderparlament überprüfen: „Passt das noch?“
- Neue Kinder werden eingeführt.
- Bei Konflikten Bezug nehmen: „Was sagt unsere Verfassung dazu?“
So wird die Verfassung kein Deko-Plakat – sondern ein echtes Arbeitsinstrument.
Typische Stolpersteine im Kinderparlament – und wie Du souverän bleibst
Erfahrene Fachkräfte kennen sie alle. Stolpersteine!
Stolperstein 1: Immer sprechen die gleichen Kinder
Herausforderung: Extrovertierte Kinder dominieren, stille Kinder ziehen sich zurück.
Souveräne Lösung:
- Redestein konsequent nutzen.
- Redezeit begrenzen („Heute darf jeder einmal sprechen.“)
- Vor der großen Runde Partnergespräch ermöglichen.
- Leise Kinder direkt, aber wertschätzend einladen: „Möchtest Du etwas ergänzen?“
Demokratie bedeutet auch: Raum aktiv öffnen.
Stolperstein 2: Entscheidungen dauern ewig
Herausforderung: Diskussionen ziehen sich, Unruhe entsteht.
Souveräne Lösung:
- Vorab klären: „Wir sammeln drei Vorschläge, dann stimmen wir ab.“
- Zeit visualisieren (Sanduhr).
- Bei Abschweifung freundlich stoppen: „Das ist wichtig – gehört aber nicht zu unserem Thema.“
Demokratie braucht Struktur – nicht Endlosdebatten.
Stolperstein 3: Kinder entscheiden „gegen“ Erwachsene
Beispiel:Die Kinder wollen länger draußen bleiben – obwohl der Tagesplan anderes vorsieht.
Souveräne Lösung: Transparente Grenzen formulieren:„Über die Uhrzeit entscheiden wir Erwachsenen.Aber wir können überlegen, wie wir die Draußen-Zeit schöner machen.“
Wichtig: Nicht alles ist verhandelbar. Aber innerhalb der Grenzen ist echte Mitbestimmung möglich.
Stolperstein 4: Ein Kind fühlt sich nach der Abstimmung schlecht
Herausforderung: Mehrheitsentscheidungen erzeugen Frust.
Souveräne Lösung:
Nach der Abstimmung immer fragen:
- „Wie fühlt sich das für Dich an?“
- „Was brauchst Du jetzt?“
Demokratie heißt: Mehrheit entscheidet – Minderheit wird geschützt.
Stolperstein 5: Das Kinderparlament versandet im Alltag
Herausforderung: Beschlüsse werden vergessen.
Souveräne Lösung:
- Ergebnisplakat sichtbar aufhängen.
- Im Alltag Bezug nehmen: „Was hatten wir beschlossen?“
- Fester Termin im Wochenplan.
- Zuständigkeiten klären (z. B. Parlamentsbegleiter:in).
Ein Kinderparlament ist kein Zusatzangebot. Es ist ein Trainingsfeld für Selbstwirksamkeit, Verantwortung und Gemeinschaft. Demokratie beginnt nicht mit einem Wahlzettel –sondern mit einem Kind, das erlebt: „Meine Stimme zählt.“

Kinderparlament starten in 4 Wochen!
Eine praxisnahe Schritt-für-Schritt-Checkliste für Kita-Leitungen & Team
🗓 Woche 1: Klarheit schaffen – bevor es losgeht
- Haltung klären (Leitung & Schlüsselpersonen)
Beantworte für Dich – oder im Leitungsteam – folgende Fragen:
- Wollen wir echte Mitbestimmung oder nur Beteiligung „im Rahmen“?
- Welche Entscheidungen dürfen Kinder wirklich treffen?
- Wo liegen nicht verhandelbare Grenzen?
- Wie gehen wir mit Entscheidungen um, die uns nicht gefallen?
💡 Impuls für das Kita – Personal:Demokratie scheitert selten an Kindern – sondern an unklarer Erwachsenenhaltung.
- Beteiligungsbereiche definieren
Konkrete Startfelder festlegen:
- Raumgestaltung
- Spielregeln
- Projektideen
- Feste & Rituale
- Beschwerdemöglichkeiten
👉 Wichtig: Mit einem überschaubaren Bereich starten – nicht alles auf einmal.
🗓 Woche 2: Das Team ins Boot holen
- Teamsitzung mit Klarheit & Motivation
Leitfragen für die Teamsitzung:
- Welche positiven Erfahrungen haben wir bereits mit Partizipation?
- Wo erleben wir Unsicherheit?
- Welche Sorgen gibt es?
Erarbeite gemeinsam:
- feste Rahmenbedingungen
- Rolle der moderierenden Fachkraft
- Dokumentationsform
💡 Neuer Impuls für erfahrene Teams: Legt fest, welche Form von Sprache ihr bewusst verwenden wollt.Zum Beispiel: „Was schlagt ihr vor?“ statt „Ich habe mir überlegt …“
Sprache formt Beteiligung.
- Verantwortlichkeiten klären
- Wer moderiert das Parlament?
- Wer dokumentiert?
- Wer begleitet die Umsetzung?
- Wer reflektiert regelmäßig?
Ohne Zuständigkeit → keine Nachhaltigkeit.
🗓 Woche 3: Kinder vorbereiten – Demokratie erlebbar machen
- Demokratie spielerisch einführen
Mini-Übungen im Alltag:
- Abstimmen mit Murmeln
- Entscheidungsbarometer („Ich stehe hier.“)
- Rollenspiel: „Chef oder Mitentscheider?“
Fragen an die Kinder:
- „Was ist gerecht?“
- „Wie fühlt es sich an, wenn niemand fragt?“
- „Was brauchen wir, damit sich alle wohlfühlen?“
Demokratie muss erlebt werden, bevor sie organisiert wird.
- Themenwand einführen
Eine sichtbare Stelle in der Kita:
- „Das möchten wir besprechen“
- Mit Fotos, Symbolen oder Zeichnungen
- Kinder dürfen jederzeit Themen hinzufügen
So entsteht echtes Mitspracherecht.
🗓 Woche 4: Das erste Kinderparlament
- Struktur klar festlegen
Ablauf:
- Begrüßung & Ritual
- Thema vorstellen
- Meinungen sammeln
- Lösungsvorschläge
- Abstimmung
- Ergebnis sichtbar machen
💡 Tipp für erfahrene Fachkräfte: Plane bewusst 20–30 Minuten. Lieber kürzer & klar – als lang & unstrukturiert.
- Erste Entscheidung bewusst klein wählen
Zum Beispiel:
- Neue Regel für die Bauecke
- Auswahl eines Projektthemas
- Gestaltung der Leseecke
Ein Erfolgserlebnis beim Start entscheidet über die Zukunft des Formats.
- Ergebnisse sichtbar machen

- Foto der Abstimmung
- Regelplakat
- Aushang für Eltern
- „Das haben wir entschieden“-Wand
Sichtbarkeit erzeugt Verbindlichkeit.
🔎 Nach 4 Wochen: Reflexion für Leitung & Team
Unbedingt gemeinsam auswerten:
- Sprechen unterschiedliche Kinder?
- Werden Beschlüsse im Alltag umgesetzt?
- Fühlen sich Kinder ernst genommen?
- Wo brauchen wir mehr Klarheit?
💡 Mutiger Reflexionsimpuls:
Gab es eine Situation, in der wir die Entscheidung der Kinder unbewusst relativiert haben?
⭐ Qualitätsmerkmal eines starken Kinderparlaments
Ein Kinderparlament ist gelungen, wenn:
- Kinder sich gegenseitig zuhören.
- Minderheiten nicht ausgelacht werden.
- Erwachsene nicht dominieren.
- Entscheidungen im Alltag sichtbar bleiben.
- Kinder sagen: „Das haben wir entschieden.“
Der Motivationsimpuls für Dich:
Ein Kinderparlament ist kein Zusatzprojekt.
Es ist ein Kulturentwicklungsprozess.
Und jede Leitung, die ihn ernsthaft beginnt, stärkt nicht nur Kinder –
sondern das gesamte Team.

Kinderparlament starten in 4 Wochen!
(Checkliste für Kita-Leitungen & engagierte Fachkräfte)
✅ WOCHE 1 – Haltung klären
☐ Welche Entscheidungen dürfen Kinder wirklich treffen?
☐ Wo sind klare, nicht verhandelbare Grenzen?
☐ Wie gehen wir mit Mehrheitsentscheidungen um?
☐ Stehen wir als Leitung sichtbar hinter echter Mitbestimmung?
Merksatz:
Demokratie braucht Mut zur Verantwortung – nicht Mut zum Kontrollverlust.
✅ WOCHE 2 – Team vorbereiten
☐ Rolle der moderierenden Fachkraft klären
☐ Gemeinsame Gesprächsregeln festlegen
☐ Dokumentationsform bestimmen
☐ Verantwortlichkeiten definieren
☐ Sprachhaltung reflektieren („Was schlagt ihr vor?“)
Qualitätsfrage:
Ermöglichen wir echte Beteiligung – oder lenken wir subtil?
✅ WOCHE 3 – Kinder vorbereiten
☐ Abstimmungsformen im Alltag üben
☐ „Was ist gerecht?“ spielerisch thematisieren
☐ Themenwand einführen
☐ Gesprächsregeln visualisieren
☐ Demokratie erlebbar machen (Rollenspiele, Entscheidungsübungen)
Ziel:
Kinder erleben Selbstwirksamkeit, bevor sie Verantwortung übernehmen.
✅ WOCHE 4 – Erstes Kinderparlament durchführen
☐ Fester Ablauf (Begrüßung – Thema – Diskussion – Abstimmung – Dokumentation)
☐ Kleine, gut lösbare Entscheidung wählen
☐ Ergebnis sichtbar machen
☐ Eltern informieren
☐ Umsetzung im Alltag aktiv begleiten
🔎 Nach 4 Wochen reflektieren
☐ Sprechen verschiedene Kinder?
☐ Werden Entscheidungen im Alltag ernst genommen?
☐ Bleiben wir als Erwachsene moderierend – nicht dominierend?
☐ Sind Beschlüsse sichtbar?
⭐ Erfolgsindikator
Ein Kinderparlament ist gelungen, wenn Kinder sagen: „Das haben wir entschieden.“
(Diese Vorlage kann als PDF-Download, laminiert im Büro oder als Teamsitzungsgrundlage genutzt werden.)
Hier die Antworten auf die drei Einstiegsfragen
- Wie schaffe ich es, dass nicht immer die gleichen Kinder sprechen?
Indem Du Strukturen schaffst.
- Redestein oder Redezeit
- Partneraustausch vor der großen Runde
- gezielte Einladung leiser Kinder
- wertschätzende Moderation
Partizipation bedeutet nicht, den Lautesten Raum zu geben –
sondern allen eine Stimme zu ermöglichen.
- Wie erkläre ich Demokratie für Drei- und Vierjährige verständlich?
Indem Du sie erlebbar machst – nicht erklärst.
- Abstimmen mit Murmeln
- „Chef oder Mitentscheider“-Rollenspiel
- Gerechtigkeitsgespräche im Alltag
- Entscheidungen sichtbar dokumentieren
Demokratie ist kein Wort. Sie ist ein Gefühl von: „Ich werde gehört.“
- Wie begleite ich Entscheidungen so, dass Kinder echte Selbstwirksamkeit erleben?
Indem Du Ergebnisse ernst nimmst.
- Beschlüsse sichtbar machen
- Im Alltag darauf verweisen
- Minderheiten schützen & Entscheidungen überprüfen
Und vor allem: Nicht relativieren, wenn es unbequem wird. Selbstwirksamkeit entsteht dort, wo Erwachsene Verantwortung teilen.
Schlussfazit:
Ein Kinderparlament ist kein pädagogisches Extra. Es ist gelebte Demokratie im Alltag.
Es verändert Kinder. Es verändert Teams. Und es verändert die Haltung einer Einrichtung.
Demokratie beginnt nicht mit einem Wahlzettel – sondern mit einem Kind, das erlebt: „Meine Meinung zählt.“
Für Deinen Praxistransfer:
Starte nicht erst, wenn alles perfekt vorbereitet ist – beginne mit einer Frage, einem Kreis und echtem Zuhören, und erlebe, wie aus kleinen Stimmen große Verantwortung wächst.
Setz Dich morgen mit Deinen Kindern in einen Kreis, stell eine echte Frage – und beobachte, wie aus Beteiligung Begeisterung und aus Begeisterung gelebte Demokratie wird.
Hab den Mut, Kontrolle zu teilen – denn genau dort, wo Kinder mitentscheiden dürfen, entsteht die stärkste Form von Bildung: Selbstwirksamkeit.


Viel Spaß bei Deiner Arbeit im Kinderparlament!
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Viel Spaß bei der Lektüre!
Dein Kita-Coach
Claudia Hennig
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Schreib mir einfach eine E-Mail an: kita-coach@claudia-hennig.de
