Wenn Eltern die Wahl haben: Warum jede Kita jetzt ein klares Profil braucht! Was macht Deine Kita unverwechselbar?
Der Paradigmenwechsel in der Kita – Landschaft macht es notwendig!
Auf folgende 3 Fragen wird es hier Antworten geben:
- Welche Stärken Deiner Kita blieben bisher unentdeckt, obwohl genau sie den Unterschied machen könnten?
- Warum sollten sich Eltern ausgerechnet für Deine Kita entscheiden und nicht für die Einrichtung 5 Straßen weiter?
- Wie gelingt es, dieses Profil im Team zu entwickeln, sichtbar zu machen und nachhaltig zu leben?
Lange Zeit war die Situation in vielen Regionen eindeutig: Kita-Plätze waren knapp. Eltern waren froh, überhaupt einen Betreuungsplatz zu bekommen. Die Frage lautete häufig nicht: „Welche Kita passt am besten zu uns?“, sondern eher: „Wo bekommen wir überhaupt einen Platz?“
Doch die Kita-Landschaft verändert sich. Der Paradigmenwechsel in der Kita – Landschaft ist hochaktuell: weg vom jahrelangen Platzmangel hin zu einer neuen Situation, in der Eltern ihre Kita auswählen können. Genau deshalb wird die Profilschärfung Deiner Kita zu einer strategischen Führungsaufgabe! Denn plötzlich kann eine Frage strategisch bedeutsam werden, die früher vielleicht kaum gestellt werden musste:
Warum sollten sich Eltern eigentlich für unsere Kita entscheiden?
Und genau hier beginnt das Thema Profilbildung.
Dabei geht es keineswegs darum, eine Kita künstlich „aufzuhübschen“, ein schillerndes Marketingkonzept zu entwickeln oder mit möglichst vielen Angeboten zu werben. Es geht zunächst um etwas viel Grundsätzlicheres: Was macht unsere Kita eigentlich besonders?
Vielleicht ist es die außergewöhnliche Nähe zur Natur. Vielleicht die Art und Weise, wie Kinder beteiligt werden. Vielleicht ein besonders wertschätzender Umgang im Team. Vielleicht die enge Zusammenarbeit mit den Familien. Vielleicht die musikalische Ausrichtung, die Bewegungspädagogik, die Inklusionsarbeit oder die Haltung, mit der Kinder und Eltern willkommen geheißen werden.
Und manchmal liegt das Besondere sogar an einem Ort, an dem niemand es bisher bewusst gesucht hat.
Schritt 1: Schärfe den Blick für das, was bereits da ist!
Bevor eine Kita über zukünftige Positionierung nachdenkt, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die Gegenwart. Denn häufig ist das eigene Profil bereits vorhanden – es wurde nur noch nicht als solches erkannt.
- Was erleben Eltern als besonders?
- Was schätzen die Kinder?
- Warum arbeiten Mitarbeitende gerne gerade in dieser Kita?
- Was macht der Träger an dieser Einrichtung besonders zufrieden?
- Welche Rückmeldungen bekommen wir immer wieder?
- Welche Dinge gelingen uns besser, als wir selbst vielleicht wahrnehmen?
Genau hier beginnt die Potentialanalyse.
Das eigene Profil steckt oft in den kleinen Dingen
Ein Alleinstellungsmerkmal muss dabei nicht spektakulär sein. Es muss nicht heißen: „Wir sind die einzige Kita im Umkreis mit …“ Viel interessanter ist die Frage:
Was erleben Menschen in unserer Kita, dass sie nicht überall selbstverständlich erleben?
Vielleicht sagen Eltern: „Bei Ihnen habe ich das Gefühl, dass mein Kind wirklich gesehen wird.“
Vielleicht erzählen Mitarbeitende: „Hier dürfen wir Ideen ausprobieren und werden ernst genommen.“
Vielleicht beobachtet die Leitung: „Unsere Kinder übernehmen erstaunlich viel Verantwortung für ihren Kita-Alltag.“
Vielleicht sagt der Träger: „Diese Kita schafft es immer wieder, neue Mitarbeitende gut ins Team zu integrieren.“
Das sind keine Nebensächlichkeiten. Das sind Hinweise auf das Profil der Kita.
Der Kita-Profil-Check: Was macht uns besonders?
Nimm Dir mit Deinem Team ausreichend Zeit für diese Fragen. Wichtig ist dabei: Noch nicht bewerten, noch nichts schönreden und vor allem noch keine neuen Projekte entwickeln.
(Am Ende des Textes findest Du konkrete Arbeitshilfen wie Kopiervorlagen & Umsetzungsimpulse für Deine nächsten Teamsitzungen/ Teamtage zum Thema „Profilschärfung“!)
Zuerst entdecken. Dann entscheiden.
- Unsere Stärken
- Was gelingt uns in unserer Kita besonders gut?
- Worauf sind wir als Team wirklich stolz?
- Welche Situationen meistern wir besonders souverän?
- Was würden wir vermissen, wenn es unsere Kita plötzlich nicht mehr gäbe?
- Welche besonderen Kompetenzen haben unsere Mitarbeitenden?
- Welche Fähigkeiten und Talente schlummern noch in unserem Team?
- Welche pädagogischen Schwerpunkte leben wir tatsächlich – und nicht nur auf dem Papier?
- Was tun wir vielleicht schon seit Jahren, ohne zu merken, dass genau darin eine besondere Qualität steckt?
- Der Blick der Kinder

Kinder sind wichtige „Profiltester“ – auch wenn sie den Begriff natürlich nicht kennen.
- Was machen die Kinder bei uns besonders gerne?
- Wo erleben sie besonders viel Selbstständigkeit?
- Welche Räume, Angebote oder Rituale sind für sie besonders wichtig?
- Woran erkennen wir, dass Kinder sich bei uns wohlfühlen?
- Welche Möglichkeiten haben Kinder, ihre Kita aktiv mitzugestalten?
- Was würden unsere Kinder erzählen, wenn sie einem anderen Kind erklären sollten, warum unsere Kita toll ist?
- Welche drei Dinge würden unsere Kinder vermutlich als Erstes nennen?
- Der Blick der Eltern
Hier lohnt sich ein Perspektivwechsel:
Nicht: Was glauben wir, dass Eltern gut finden?
Sondern: Was sagen Eltern tatsächlich?
- Welche positiven Rückmeldungen bekommen wir immer wieder?
- Wofür bedanken sich Eltern bei uns?
- Welche Angebote oder Besonderheiten werden von Familien besonders geschätzt?
- Was erzählen Eltern anderen Eltern über unsere Kita?
- Warum entscheiden sich Familien für uns?
- Welche Erwartungen von Eltern erfüllen wir besonders gut?
- Welche Wünsche oder Bedürfnisse von Familien haben wir bisher vielleicht noch gar nicht ausreichend wahrgenommen?
- Was könnte eine Familie nach einem Rundgang durch unsere Kita sagen: „Das hat uns hier besonders gut gefallen“?
- Der Blick des Teams
Auch Mitarbeitende wissen sehr genau, was eine Einrichtung besonders macht.
- Warum arbeitet Ihr gerne in dieser Kita?
- Was unterscheidet unsere Kita von anderen Einrichtungen, die Ihr kennt?
- Was schätzen Mitarbeitende an unserer Zusammenarbeit?
- Welche Werte werden bei uns tatsächlich gelebt?
- Wo erleben wir eine besondere Teamkultur?
- Welche Kompetenzen unseres Teams werden bisher noch zu wenig sichtbar?
- Was würden neue Mitarbeitende vermutlich als Erstes an unserer Kita bemerken?
- Was sollten neue Kolleginnen und Kollegen unbedingt über unsere Kita wissen?
- Der Blick des Trägers
Auch der Träger hat eine wichtige Perspektive.
- Was zeichnet diese Kita aus Sicht des Trägers aus?
- Worauf ist der Träger bei dieser Einrichtung besonders stolz?
- Welche Entwicklung hat die Kita in den vergangenen Jahren genommen?
- Welche besonderen Kompetenzen oder Schwerpunkte werden von außen wahrgenommen?
- Welche Erwartungen hat der Träger an die zukünftige Entwicklung?
- Was macht den Träger zuversichtlich, dass die Kita auch zukünftig attraktiv bleiben kann?
- Der Blick von außen
Und jetzt wird es besonders spannend: Was würden Menschen über unsere Kita sagen, die nicht täglich darin arbeiten?
Fragt beispielsweise ehemalige Eltern, Kooperationspartner, Fachberatung oder andere Einrichtungen.
- Wofür sind wir bekannt?
- Welche Eigenschaften werden mit unserer Kita verbunden?
- Was fällt Außenstehenden bei uns positiv auf?
- Was unterscheidet uns von anderen Kitas?
- Welche Besonderheit würden andere Einrichtungen vielleicht gerne von uns übernehmen?
Der Perspektivwechsel: Was würde uns fehlen?
Eine besonders wirkungsvolle Frage für eine Teamsitzung lautet:
„Stellt Euch vor, unsere Kita würde morgen geschlossen. Was würden Kinder, Eltern, Mitarbeitende und unser Sozialraum vermissen?“
Diese Frage kann überraschend viel in Bewegung bringen. Denn plötzlich geht es nicht mehr um Konzeptionen, Leitbilder oder Hochglanzformulierungen. Es geht um den tatsächlichen Wert der eigenen Kita.
Vielleicht wird dann sichtbar, dass die Kita für Familien ein wichtiger Begegnungsort ist. Vielleicht wird deutlich, dass das Team eine außergewöhnliche Willkommenskultur lebt. Vielleicht erkennen die Mitarbeitenden, dass ihre naturnahe Pädagogik viel stärker ausgeprägt ist, als es die bisherige Außendarstellung vermuten lässt.
Genau solche Erkenntnisse sind der Rohstoff für ein klares Kita-Profil.
Schritt 2: Vom Entdecken zum strategischen Positionieren
Jetzt kommt der entscheidende nächste Schritt. Denn ein Profil zu erkennen ist das eine. Es sichtbar und zukunftsfähig zu machen, ist etwas anderes. Wenn Ihr Eure Stärken gesammelt habt, schaut Euch die Ergebnisse gemeinsam an.
- Welche Antworten tauchen immer wieder auf?
- Welche Besonderheiten werden von unterschiedlichen Gruppen genannt?
- Wo stimmen die Perspektiven von Kindern, Eltern, Mitarbeitenden und Träger überein?
Und vor allem: Was davon ist wirklich typisch für unsere Kita?
Hier kann das Team die gesammelten Antworten beispielsweise auf drei Kategorien verteilen:
- Das können wir besonders gut.
- Das wird von anderen besonders geschätzt.
- Das hat für Familien zukünftig eine besondere Bedeutung.
Wo sich diese drei Bereiche überschneiden, können echte Profilfelder liegen.
Nicht alles machen – sondern das Richtige!
Eine typische Falle bei der Profilentwicklung besteht darin, möglichst viele neue Ideen zu sammeln. Dann entstehen schnell zehn neue Projekte: Naturpädagogik, Forscherraum, Sprachwerkstatt, Kinderrestaurant, Musikprojekt, Elterncafé, Bewegungsraum, digitale Elternkommunikation, Nachhaltigkeitsprojekt …
Das Ergebnis? Mehr Arbeit, aber nicht automatisch mehr Profil. Eine zukunftssichere Positionierung bedeutet deshalb nicht: „Was könnten wir noch alles anbieten?“
Sondern: „Was passt wirklich zu uns – und wo wollen wir künftig besonders erkennbar sein?“ Denn ein starkes Profil entsteht nicht durch die Anzahl der Angebote. Es entsteht durch Klarheit.
Unsere Ausbaureserven: Wo können wir noch stärker werden?
Jetzt darf der Blick nach vorne gehen.
- Welche unserer Stärken könnten wir noch stärker entwickeln?
- Welche vorhandenen Kompetenzen werden bisher zu wenig genutzt?
- Welche Angebote könnten zu unserem Profil besonders gut passen?
- Welche Bedürfnisse von Familien verändern sich gerade?
- Welche gesellschaftlichen Entwicklungen sollten wir beobachten?
- Was wünschen sich Familien in unserem Sozialraum?
- Welche Schwerpunkte könnten uns künftig deutlicher von anderen Einrichtungen unterscheiden?
- Welche Kooperationen könnten unser Profil stärken?
- Welche Kompetenzen brauchen wir dafür im Team?
- Was könnten wir innerhalb der nächsten sechs Monate konkret verändern?
Dabei sollte das Team bewusst zwischen „interessant“ und „profilbildend“ unterscheiden. Nicht jede gute Idee muss Teil des Kita-Profils werden.
Die entscheidende Frage: Wofür wollen wir zukünftig stehen?
Am Ende der Profilentwicklung sollte ein Satz stehen, der sich möglichst einfach beantworten lässt: „Wenn Eltern an unsere Kita denken – wofür sollen wir stehen?“
Vielleicht lautet die Antwort: „Bei uns erleben Kinder Natur mit allen Sinnen und lernen, Verantwortung für ihre Welt zu übernehmen.“
Oder:
„Unsere Kita steht für eine außergewöhnlich partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Familien.“
Oder:
„Bei uns steht das einzelne Kind mit seinen individuellen Stärken und Bedürfnissen wirklich im Mittelpunkt.“ Oder ganz anders. Wichtig ist nicht, dass dieser Satz besonders werbewirksam klingt. Wichtig ist, dass er wahr ist.
Denn genau darin liegt die größte Chance einer guten Positionierung: Sie muss nicht künstlich erzeugt werden. Sie muss aus der eigenen Identität heraus entwickelt werden.

Vom Profil zur gelebten Realität
Und damit sind wir bei einer letzten, entscheidenden Frage: Was passiert, wenn das Profil zwar auf der Website steht, aber im Kita-Alltag nicht spürbar ist? Dann bleibt es Marketing. Ein echtes Kita-Profil muss sich dagegen durch viele kleine Situationen ziehen:
- durch die Begrüßung am Morgen,
- durch die Gestaltung der Räume,
- durch die Kommunikation mit Eltern,
- durch die Teamsitzungen,
- durch die pädagogische Arbeit,
- durch die Auswahl von Fortbildungen,
- durch Kooperationen,
- durch die Öffentlichkeitsarbeit
und nicht zuletzt durch die Haltung des gesamten Teams. Das Profil muss erlebbar sein.
Denn Eltern entscheiden sich nicht dauerhaft für einen schönen Satz auf der Website. Sie entscheiden sich für das Gefühl: „Hier ist mein Kind gut aufgehoben. Hier passt es zu uns.“ Und genau deshalb ist Profilschärfung heute weit mehr als eine Marketingaufgabe. Sie ist eine strategische Führungsaufgabe.
Die Kita-Leitung stellt die entscheidenden Fragen, bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen, macht vorhandene Stärken sichtbar und sorgt gemeinsam mit dem Team dafür, dass aus einem Profil eine gelebte pädagogische Identität wird. Denn wenn Eltern tatsächlich die Wahl haben, gewinnt nicht automatisch die Kita mit den meisten Angeboten. Es gewinnt die Kita, deren Profil klar, authentisch und erlebbar ist.
Und vielleicht beginnt die wichtigste Frage deshalb gar nicht bei den Eltern, sondern bei uns selbst: „Wenn Du Deine Kita heute mit nur drei Worten beschreiben müsstest – welche wären es?“
Ein konkretes Muster – Beispiel zur Veranschaulichung: So könnte eine Kita ihr Profil schärfen
Wie kann eine solche Profilschärfung nun ganz konkret aussehen? Schauen wir uns eine fiktive Kita an: die Kita Sonnenbogen. Die Kita liegt in einem Wohngebiet, hat vier Gruppen und betreut Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren. In der direkten Umgebung gibt es mehrere weitere Kitas. Jahrelang war das kein Problem: Die Nachfrage war groß genug.
Doch inzwischen verändert sich die Situation. Die Kita-Leitung stellt fest, dass einzelne Plätze nicht mehr automatisch vergeben werden und Eltern genauer hinschauen. Also setzt sich das Team zusammen und stellt sich zunächst die Frage:
Was macht uns eigentlich besonders?
Der erste Blick: Was ist bei uns bereits da?
Im gemeinsamen Austausch werden viele Stärken gesammelt. Die Mitarbeitenden stellen fest:
- Wir verbringen ungewöhnlich viel Zeit draußen.
- Unser großes Außengelände wird nicht nur zum Spielen genutzt, sondern ist ein wichtiger pädagogischer Lernort.
- Wir haben mehrere Mitarbeitende mit besonderen Kompetenzen im Bereich Natur, Bewegung und Nachhaltigkeit.
- Kinder dürfen bei uns sehr viel selbst ausprobieren.
- Eltern berichten häufig, dass ihre Kinder „dreckig, aber glücklich“ nach Hause kommen.
- Die Eingewöhnung wird von Eltern als besonders persönlich und individuell erlebt.
- Neue Familien werden von einer festen Ansprechperson begleitet.
- Das Team arbeitet schon seit Jahren sehr stabil zusammen.
- Die Kinder beteiligen sich an Entscheidungen und übernehmen Verantwortung für kleine Aufgaben im Alltag.
Zunächst wirkt diese Sammlung vielleicht unspektakulär. Doch dann fällt etwas auf: Viele dieser Punkte haben mit demselben Grundgedanken zu tun.
Die Kita ermöglicht Kindern, selbstständig zu entdecken, auszuprobieren, Verantwortung zu übernehmen und dabei viel Zeit in der Natur zu verbringen.
Das Team erkennt: „Eigentlich machen wir das längst. Wir haben es bisher nur noch nie als unser Profil betrachtet.“
Der zweite Blick: Was schätzen andere an uns?
Nun werden Elternrückmeldungen, Gespräche mit Mitarbeitenden und Rückmeldungen aus dem Sozialraum ausgewertet. Besonders häufig fallen Aussagen wie:
- „Mein Kind ist ständig draußen.“
- „Bei Ihnen dürfen die Kinder wirklich Dinge selbst ausprobieren.“
- „Wir haben uns bei der Eingewöhnung sehr gut begleitet gefühlt.“
- „Unser Kind erzählt ständig von den Dingen, die es draußen entdeckt hat.“
Auch der Träger nimmt die Kita ähnlich wahr und beschreibt sie als eine Einrichtung mit einer sehr eigenständigen pädagogischen Kultur, einem stabilen Team und einer hohen Identifikation der Mitarbeitenden mit ihrer Arbeit. Damit wird das Bild klarer. Die Kita hat nicht einfach eine Ansammlung einzelner Angebote. Sie hat einen roten Faden.

Der dritte Blick: Wo wollen wir hin?
Nun stellt sich das Team die strategische Frage: Was davon wollen wir zukünftig noch stärker machen und nach außen sichtbar werden lassen? Die Antwort fällt relativ schnell: Die Kita möchte sich künftig noch deutlicher als naturverbundene, selbstständigkeitsfördernde und partizipative Kita positionieren. Dabei soll nicht einfach ein neues „Naturprojekt“ entstehen. Vielmehr wird überprüft:
Wie können wir das, was wir bereits tun, konsequenter und sichtbarer leben?
Das Team entwickelt daraus beispielsweise folgenden Profilgedanken: „Die Kita Sonnenbogen ist ein Ort, an dem Kinder entdecken, ausprobieren und Verantwortung übernehmen. Natur, Bewegung und selbstständiges Lernen gehören bei uns zum Alltag – nicht zum Sonderprogramm.“
Plötzlich verändert sich der Blick auf viele alltägliche Entscheidungen. Das Außengelände wird noch stärker als Bildungsraum genutzt. Naturerfahrungen werden bewusster dokumentiert. Die Kinder werden stärker an der Gestaltung des Gartens beteiligt. Ein kleiner Naturforscherbereich entsteht. Eltern bekommen regelmäßig Einblicke in die Lernprozesse ihrer Kinder.
Bei der Öffentlichkeitsarbeit werden nicht irgendwelche schönen Fotos verwendet, sondern genau die Bilder, die das Profil zeigen: Kinder, die matschen, bauen, forschen, klettern, beobachten, entscheiden und gemeinsam etwas gestalten.
Auch bei zukünftigen Fortbildungen fragt sich das Team:
Passt das zu unserem Profil? Unterstützt es unsere pädagogische Entwicklung?
Und genau hier wird aus einem Leitbild langsam eine Positionierung.
Was würde eine Familie nun wahrnehmen? Eine Familie, die die Kita zum ersten Mal besucht, bekommt nicht einfach eine Liste von Angeboten präsentiert. Sie erlebt die Kita.
Sie sieht Kinder, die selbstständig handeln. Sie erlebt Mitarbeitende, die den Kindern etwas zutrauen. Sie hört, wie Kinder über ihre Entdeckungen erzählen. Sie bekommt erklärt, warum das Außengelände für die Kita ein wichtiger Bildungsort ist.
Und sie versteht: „Ah – hier ist etwas anders.“
Vielleicht ist genau diese Kita nicht für jede Familie die passende Einrichtung. Aber das muss sie auch gar nicht sein. Denn eine gute Positionierung bedeutet nicht, allen gefallen zu wollen. Sie bedeutet, für die Familien erkennbar zu werden, zu denen die eigene pädagogische Ausrichtung besonders gut passt. Und genau das kann langfristig ein großer Vorteil sein.
Die Kita Sonnenbogen hat kein neues Profil erfunden. Sie hat ihr vorhandenes Profil entdeckt, geschärft und konsequent weiterentwickelt.
Das ist der entscheidende Unterschied.
Liebe Kita-Leitung: Schau einmal bewusst auf Deine Kita!
Nimm Dir einen Moment Zeit und stelle Dir ganz persönlich diese Fragen:
- Wofür steht meine Kita heute?
- Was macht sie besonders?
- Was würden Eltern sagen, wenn ich sie danach frage?
- Was würden meine Mitarbeitenden antworten?
- Was würden die Kinder erzählen?
Und vielleicht die spannendste Frage:
„Wenn ich heute ganz neu auf diese Kita schauen würde – was würde mich neugierig machen?“

Vielleicht entdeckst Du dabei etwas, das längst da ist. Eine besondere Haltung. Ein außergewöhnliches Team. Eine pädagogische Stärke. Eine Kultur des Miteinanders. Eine besondere Nähe zu Familien. Eine kreative Idee, die sich über Jahre entwickelt hat. Oder eine Qualität, die für Euch so selbstverständlich geworden ist, dass Ihr sie gar nicht mehr als Besonderheit wahrnehmt. Genau dort lohnt es sich hinzuschauen.
Denn das Profil Deiner Kita muss nicht neu erfunden werden. Vielleicht muss es einfach entdeckt, ausgesprochen und gemeinsam weiterentwickelt werden.
Und dann: Nimm Dein Team mit! Du musst diese Aufgabe nicht allein lösen. Im Gegenteil:
Die besten Antworten liegen wahrscheinlich bereits in Deinem Team. Mach aus der Profilbildung deshalb kein Leitungsthema hinter verschlossenen Türen. Mach daraus einen gemeinsamen Entwicklungsprozess. Nimm die Fragen mit in die nächste Teamsitzung:
- Was macht unsere Kita besonders?
- Was schätzen Eltern an uns?
- Was lieben unsere Kinder?
- Warum arbeiten wir eigentlich gerne hier?
- Was würden wir niemals aufgeben wollen?
- Und wofür möchten wir zukünftig noch stärker stehen?
Lass sammeln, diskutieren, staunen und auch einmal widersprechen. Denn genau dabei kann etwas Besonderes entstehen: Das Team erkennt seine eigene Stärke. Und aus dieser Erkenntnis kann Motivation entstehen. Aus Motivation kann Klarheit entstehen. Und aus Klarheit kann ein Profil entstehen, das nicht nur auf einem Konzeptpapier steht, sondern im Alltag spürbar wird.
Warte nicht, bis der Veränderungsdruck größer wird!
Vielleicht sind heute noch alle Plätze belegt. Vielleicht kommen die Anmeldungen noch ganz automatisch. Vielleicht musst Du Dir aktuell überhaupt keine Sorgen machen. Umso besser!
Denn dann hast Du etwas, das im späteren Krisenfall häufig fehlt: Zeit. Zeit zum Nachdenken. Zeit zum Ausprobieren. Zeit für Beteiligung. Zeit für Entwicklung. Zeit, gemeinsam mit Deinem Team herauszufinden:
- Wer sind wir?
- Wofür stehen wir?
- Was können wir besonders gut?
- Und wo wollen wir hin?
Das ist kein Luxus. Das ist strategische Zukunftssicherung. Denn wer erst dann über sein Profil nachdenkt, wenn die Plätze leer bleiben, reagiert. Wer heute beginnt, gestaltet. Also: Mach den ersten Schritt!
Du brauchst dafür heute weder ein neues Konzept noch eine perfekte Marketingstrategie. Du brauchst nur einen ersten Impuls. Vielleicht 30 Minuten in der nächsten Teamsitzung. Vielleicht ein großes Blatt Papier mit der Frage: „Was macht unsere Kita unverwechselbar?“
Und dann lasst Ihr die Ideen sprudeln. Noch nicht bewerten. Noch nicht relativieren. Noch nicht sagen: „Das machen doch andere auch.“ Erst einmal entdecken.
Denn vielleicht sitzt genau dort die Stärke, nach der Ihr gesucht habt. Und vielleicht wird aus diesem ersten Gespräch eine gemeinsame Reise: vom „Das machen wir doch schon immer so“
zum „Jetzt wissen wir, wofür wir stehen.“
Und vom „Das könnten wir eigentlich mal machen“ zum
„Das ist unsere Richtung – und dafür gehen wir gemeinsam los.“
Liebe Kita-Leitung: Der richtige Zeitpunkt für die Profilschärfung Deiner Kita ist nicht morgen. Der richtige Zeitpunkt ist auch nicht dann, wenn die Konkurrenz größer wird, die Anmeldezahlen sinken oder die ersten Plätze frei bleiben. Der richtige Zeitpunkt ist jetzt.
Schau hin. Frag nach. Hör zu.Entdecke die Stärken Deiner Kita. Hol Dein Team mit ins Boot. Und dann entscheidet gemeinsam: Wofür wollen wir in Zukunft stehen? Denn eine Kita mit einem klaren Profil wartet nicht darauf, dass ihre Zukunft passiert. Sie gestaltet sie.
Und vielleicht ist genau jetzt der Moment, an dem Ihr damit beginnt.

Und was bedeutet das nun für Deine Kita?
Am Anfang dieses Beitrags standen drei Fragen. Nach unserem Blick auf Potentialanalyse und Positionierung lassen sie sich nun ganz konkret beantworten.
1. Welche Stärken Deiner Kita blieben bisher unentdeckt, obwohl genau sie den Unterschied machen könnten?
Vielleicht liegt die größte Stärke Deiner Kita nicht in einem besonderen Projekt, sondern in einer Haltung, die im Alltag längst selbstverständlich geworden ist. Vielleicht ist es Euer außergewöhnlich guter Umgang mit Familien. Vielleicht die hohe Selbstständigkeit der Kinder. Vielleicht Euer stabiles und engagiertes Team. Vielleicht eine besondere Kompetenz einzelner Mitarbeitender. Vielleicht die Lage Eurer Kita, Euer Außengelände, Eure Vernetzung im Sozialraum oder eine pädagogische Schwerpunktsetzung. Der erste Schritt besteht deshalb darin, nicht sofort nach etwas Neuem zu suchen. Schau zuerst genau hin:
Was tun wir bereits gut? Was schätzen andere an uns? Was würde uns fehlen, wenn es unsere Kita nicht mehr gäbe?
Denn häufig liegt das größte Potential nicht vor der Kita-Tür. Es arbeitet bereits in ihr.
2. Warum sollten sich Eltern ausgerechnet für Deine Kita entscheiden – und nicht für die Einrichtung fünf Straßen weiter?
Auf diese Frage sollte eine Kita nicht mit einer möglichst langen Liste von Angeboten antworten. Denn auch die Kita fünf Straßen weiter hat wahrscheinlich engagierte Mitarbeitende, schöne Räume, pädagogische Angebote und nette Menschen. Die entscheidende Frage lautet deshalb:
Was erleben Familien bei uns, dass für sie einen echten Unterschied macht?
Eine überzeugende Positionierung entsteht dort, wo drei Dinge zusammenkommen:
- Was können wir besonders gut?
- Was ist Familien besonders wichtig?
- Was passt authentisch zu unserer pädagogischen Identität?
Wenn diese drei Bereiche zusammenpassen, entsteht ein Profil. Dann kann beispielsweise eine Familie sagen:
„Wir suchen eine Kita, in der unser Kind viel draußen sein kann und gleichzeitig viel Selbstständigkeit entwickelt. Genau das haben wir bei der Kita Sonnenbogen gefunden.“
Das ist Positionierung. Nicht lauter sein als die anderen. Nicht alles anbieten. Sondern klar zeigen, wofür man steht.
3. Wie gelingt es, dieses Profil im Team zu entwickeln, sichtbar zu machen und nachhaltig zu leben?
Ein Profil kann nicht allein von der Kita-Leitung entwickelt werden. Es muss gemeinsam mit dem Team entdeckt und getragen werden. Deshalb beginnt Profilschärfung mit Beteiligung:
- Was macht uns aus?
- Was wollen wir bewahren?
- Was wollen wir weiterentwickeln?
- Wofür wollen wir zukünftig noch stärker stehen?
Anschließend braucht es Konsequenz. Das Profil sollte nicht nur auf der Website stehen. Es muss im pädagogischen Alltag sichtbar werden:
- in der Raumgestaltung,
- in den Angeboten,
- in der Zusammenarbeit mit Eltern,
- in der Teamkultur,
- in der Kommunikation,
- in Fortbildungen,
- in Kooperationen und in der Öffentlichkeitsarbeit.
Denn ein Profil ist dann stark, wenn Eltern nicht nur davon lesen. Sie müssen es spüren können.
Fazit: Profil statt Beliebigkeit
Die Zeiten, in denen eine Kita allein aufgrund des vorhandenen Betreuungsbedarfs sicher sein konnte, dass ihre Plätze belegt werden, verändern sich vielerorts. Damit wächst auch die strategische Verantwortung der Kita-Leitung. Die zentrale Frage lautet nicht:
„Wie können wir noch mehr anbieten?“
Sondern:
„Was macht uns besonders – und wie können wir genau darin noch besser werden?“
Eine zukunftsfähige Kita muss deshalb nicht größer, bunter oder spektakulärer werden. Sie muss klarer werden. Klarer in ihrer pädagogischen Haltung. Klarer in ihren Stärken. Klarer in ihrer Kommunikation. Und klarer darin, welchen Familien sie ein besonders passendes Angebot machen kann. Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, mit Deinem Team einmal innezuhalten und gemeinsam auf die eigene Kita zu schauen. Nicht mit der Frage:
„Was machen die anderen besser?“
Sondern mit einer viel spannenderen Frage:
„Was können wir, was andere vielleicht nicht können – und was davon wollen wir zukünftig noch stärker zeigen?“
Denn genau dort könnte Euer unverwechselbares Kita-Profil bereits beginnen.
Kein Marketingauftrag – sondern Verantwortung übernehmen für die Zukunft! Jetzt ist der richtige Zeitpunkt: Profil zeigen, Zukunft gestalten!
Vielleicht hast Du während des Lesens schon an Deine eigene Kita gedacht? An die Kolleginnen und Kollegen, die jeden Tag ihr Bestes geben. An die Kinder, die Eure Kita mit Leben füllen. An die Eltern, die Euch ihr Wertvollstes anvertrauen. Und vielleicht hast Du dabei auch gedacht:
„Eigentlich haben wir so viele Stärken. Wir müssten sie nur einmal sichtbar machen.“
Dann ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt dafür. Nicht irgendwann. Nicht erst dann, wenn die ersten Plätze tatsächlich leer bleiben. Jetzt.
Denn Profilbildung ist keine Feuerwehrmaßnahme, wenn die Nachfrage sinkt.
Profilbildung ist vorausschauende Führung.


Zum Mitnehmen für Dich…
DEIN TAKE-AWAY: Konkrete Arbeitshilfen & Umsetzungsimpulse für die Profilschärfung Deiner Kita – in 9 Schritten zu mehr Profil in Deiner Einrichtung (Kopiervorlagen)- ein chronologisch aufgebauter Umsetzungsplan für Deine Kita & Dein Team:
- Arbeitsblatt/ Umsetzungsimpuls:
Warm-up: Unsere Kita mit anderen Augen sehen!
- Arbeitsblatt/ Umsetzungsimpuls:
Unsere Schatzsuche – was können wir bereits richtig gut?
- Arbeitsblatt/ Umsetzungsimpuls:
Der „AHA-Moment“: was wird immer wieder genannt?
- Arbeitsblatt/ Umsetzungsimpuls:
Der Blick von außen: Was würden andere über uns sagen?
- Arbeitsblatt/ Umsetzungsimpuls:
Jetzt wird es strategisch: Reicht das für die Zukunft?
- Arbeitsblatt/ Umsetzungsimpuls:
Der Zukunftscheck: Was wollen wir bewahren, was wollen wir entwickeln?
- Arbeitsblatt/ Umsetzungsimpuls:
Unsere Profil-Idee!
- Arbeitsblatt/ Umsetzungsimpuls:
Der Profil – Test!
- Arbeitsblatt/ Umsetzungsimpuls:
Unser nächster Schritt/ unser gemeinsamer „Profil-Satz!“
Unser Kita-Profil: Stärken entdecken, Zukunft gestalten! Ein ressourcenorientierter Workshop zur Profilschärfung! Unser Ausgangspunkt: Wir wollen nicht herausfinden, was mit unserer Kita nicht stimmt. Wir wollen entdecken, was unsere Kita besonders macht – und entscheiden, was davon uns auch in Zukunft unverwechselbar machen soll.
Hinleitung zum Thema „Profilschärfung in Zeiten der Veränderungen!“
„Ich möchte heute nicht mit Euch darüber sprechen, was wir besser machen müssen. Ich möchte mit Euch entdecken, was wir bereits richtig gut machen. Denn genau darin steckt unser Potential.
Die Frage ist nicht, ob unsere Kita etwas Besonderes hat. Die Frage ist: Haben wir schon entdeckt, was es ist? Lasst uns gemeinsam hinschauen, zuhören und neugierig sein. Vielleicht liegt unser Profil schon längst mitten in unserem Alltag – wir müssen es nur sichtbar machen.“
Profilschärfung in 9 Schritten!
1. Umsetzungsimpuls für Dein Team:
Warm-up: Unsere Kita mit anderen Augen sehen!
Bevor wir über Profil, Positionierung und Zukunft sprechen, nehmen wir uns zunächst Zeit für einen Perspektivwechsel. Stell Dir vor: Du arbeitest heute zum ersten Mal in unserer Kita. Du kennst weder unsere Konzeption noch unsere Geschichte. Du beobachtest einfach einen ganz normalen Kita-Tag.
Was würde Dir auffallen?
- Was erleben Kinder bei uns, was vielleicht nicht selbstverständlich ist?
- Wie gehen Mitarbeitende miteinander um?
- Wie werden Kinder begrüßt und verabschiedet?
- Wie erleben Eltern unsere Kita?
- Welche Atmosphäre herrscht bei uns?
- Was würden Besucherinnen und Besucher vermutlich als Erstes wahrnehmen?
- Was könnte jemand sagen: „Das ist hier aber besonders!“
Mein erster Gedanke:
….
Unsere Kita ist besonders, weil …
…
2. Umsetzungsimpuls für Dein Team:
Unsere Schatzsuche: Was können wir bereits richtig gut?
Jetzt geht es ausschließlich um unsere Stärken. Heute gilt: Keine falsche Bescheidenheit! (Nicht kleckern, klotzen! Das Licht nicht unter den Scheffel stellen, sondern auf den Schemel! Bescheidenheit ist keine ZIER!) Wir suchen nicht nach Schwächen und Problemen.
Wir suchen nach dem, was bereits funktioniert, was uns auszeichnet und worauf wir stolz sein können.
Unsere pädagogischen Stärken
- Was gelingt uns in der pädagogischen Arbeit besonders gut?
- Welche Kompetenzen haben wir als Team?
- Welche pädagogischen Schwerpunkte leben wir tatsächlich?
- Was können wir vielleicht besser, als wir selbst denken?
- Welche Situationen meistern wir besonders gut?
- Welche Haltung ist bei uns im Alltag besonders spürbar?
Darauf können wir stolz sein:
…
Unsere Teamstärken
- Was macht unsere Zusammenarbeit besonders?
- Was schätzen wir gegenseitig aneinander?
- Welche unterschiedlichen Kompetenzen ergänzen sich bei uns?
- Was funktioniert bei uns auch in stressigen Situationen gut?
- Was würden wir als Team niemals verlieren wollen?
Unsere Team-Schätze:
…
Unsere Familien-Stärken
- Was schätzen Eltern an unserer Kita?
- Welche positiven Rückmeldungen hören wir immer wieder?
- Wofür bedanken sich Eltern bei uns?
- Warum empfehlen Eltern uns weiter?
- Was gelingt uns in der Zusammenarbeit mit Familien besonders gut?
Das schätzen unsere Familien an uns:
…
Unsere Kinder-Stärken
- Was lieben die Kinder an unserer Kita?
- Wo erleben Kinder bei uns besonders viel Selbstständigkeit?
- Wo dürfen sie mitentscheiden?
- Welche Angebote, Räume oder Rituale sind für Kinder besonders wertvoll?
- Woran erkennen wir, dass Kinder sich bei uns wohlfühlen?
Das macht unsere Kita für Kinder besonders:
…
3. Umsetzungsimpuls für Dein Team:
Der „Aha-Moment“: Was wird immer wieder genannt?
Jetzt schauen wir uns unsere Antworten an. Markiert gemeinsam:
- Welche Stärken tauchen mehrfach auf?
- Welche Begriffe oder Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch unsere Antworten?
- Welche Besonderheiten werden von verschiedenen Personengruppen wahrgenommen?
Unser roter Faden:
Unsere drei größten Stärken:
- ______________________________________________________
- ______________________________________________________
- ______________________________________________________
4. Umsetzungsimpuls für Dein Team:
Der Blick von außen: Was würden andere über uns sagen?
Jetzt verlassen wir bewusst unsere eigene Perspektive. Stellt Euch vor, wir könnten heute fünf Personen befragen:
👧 Ein Kind aus unserer Kita
👩 Eine Mutter oder ein Vater
👨👩👧 Eine ehemalige Familie
👩🏫 Eine neue Mitarbeiterin
🏢 Unser Träger
Was würden diese Menschen wahrscheinlich über unsere Kita sagen?
Unser Kind würde sagen:
„Bei uns ist besonders, dass …“
Unsere Eltern würden sagen:
„Wir schätzen an Euch besonders …“
Eine neue Mitarbeiterin würde sagen:
„Was mir hier sofort aufgefallen ist …“
Unser Träger würde sagen:
„Diese Kita zeichnet sich aus durch …“
5. Umsetzungsimpuls für Dein Team:
Jetzt wird es strategisch: Reicht das für die Zukunft?
Bis hierhin haben wir vor allem entdeckt. Jetzt kommt der Perspektivwechsel. Denn vielleicht ist unsere Kita heute gut aufgestellt. Aber: Ist sie damit auch für die Zukunft gut aufgestellt?
Besprecht gemeinsam:
- Verändert sich die Situation in unserem Sozialraum?
- Haben Eltern heute möglicherweise andere Erwartungen und Bedürfnisse als noch vor einigen Jahren?
- Gibt es inzwischen mehr Auswahlmöglichkeiten für Familien?
- Welche anderen Kitas gibt es in unserer Umgebung?
- Was können Eltern dort finden?
- Wofür könnten sie sich bei uns entscheiden?
- Was würde eine Familie bei einem Kita-Vergleich tatsächlich unterscheiden?
- Ist unser Profil für Eltern überhaupt erkennbar?
- Können wir in zwei Sätzen erklären, wofür unsere Kita steht?
- Würde eine neue Familie nach einem Rundgang verstehen, was unsere Kita besonders macht?
Unser ehrlicher Blick: Was ist bei uns bereits klar erkennbar?
Wo sind wir noch zu wenig sichtbar?
Wo könnten wir noch deutlicher werden?
6. Umsetzungsimpuls für Dein Team:
Der Zukunftscheck: Was wollen wir bewahren – was wollen wir entwickeln?
Jetzt geht es ausdrücklich nicht darum, alles neu zu machen. Wir unterscheiden zwischen drei Kategorien:
🟢Das wollen wir unbedingt bewahren!
Das gehört zu unserer Identität.
🟡 Das wollen wir stärker sichtbar machen!
Das können wir bereits gut, zeigen es aber noch nicht deutlich genug.
🔵 Das wollen wir weiterentwickeln!
Hier sehen wir Potential für unsere Zukunft.
7. Umsetzungsimpuls für Dein Team: Unsere Profil-Idee
Jetzt wird es konkret. Beendet gemeinsam diesen Satz:
„Unsere Kita ist ein besonderer Ort für Kinder und Familien, weil …“
Versucht anschließend, Euer Profil in drei Begriffen zusammenzufassen.
Unsere drei Profilbegriffe:
- __________________________
- __________________________
- __________________________

8. Umsetzungsimpuls für Dein Team: Der Profil-Test
Jetzt machen wir den Realitätscheck. Lest Eure drei Begriffe noch einmal durch. Fragt Euch:
Sind diese Begriffe …
☐ authentisch?
Das passt wirklich zu uns.
☐ erlebbar?
Kinder, Eltern und Mitarbeitende können es im Alltag spüren.
☐ unterscheidbar?
Es könnte nicht genauso auf zehn andere Kitas geschrieben werden.
☐ relevant?
Es ist für Familien und Kinder tatsächlich bedeutsam.
☐ entwicklungsfähig?
Wir können daraus auch für die Zukunft etwas machen.
Wenn Ihr mehrere Punkte nicht mit „Ja“ beantworten könnt:
Was müssen wir noch genauer herausarbeiten?

9. Umsetzungsimpuls für Dein Team: Unser nächster Schritt!
Jetzt kommt die wichtigste Frage:
Was wollen wir aus dieser Teamsitzung mitnehmen?
Wir entscheiden uns zunächst für eine Sache, die wir weiterverfolgen wollen.
Unser nächster Profil-Schritt:
Dafür brauchen wir:
Dafür wollen wir uns Zeit nehmen bis:
Verantwortlich / beteiligt:
Unser gemeinsamer Profil-Satz
Zum Abschluss formulieren wir einen vorläufigen Satz:
„Wir wollen als Kita zukünftig besonders dafür stehen, dass …“
Und jetzt? Dieser Satz muss noch nicht perfekt sein. Er darf sich verändern. Er darf wachsen. Er darf diskutiert werden. Denn Profilschärfung ist kein einmaliges Projekt.
Sie ist ein gemeinsamer Entwicklungsprozess.
Unser Ziel ist deshalb heute nicht, die perfekte Antwort zu finden. Unser Ziel ist: Unsere eigenen Stärken zu erkennen, unsere Zukunft bewusst in den Blick zu nehmen und gemeinsam zu entscheiden, wofür wir als Kita stehen wollen.

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Viel Spaß bei der Lektüre!
Dein Kita-Coach
Claudia Hennig
Was sind Deine Erfahrungen?
Schreib mir einfach eine E-Mail an: kita-coach@claudia-hennig.de








Walk & Talk – eine Idee?
















































































